"Hitlers Geheimnis - Das Doppelleben eines Diktators", so heißt das jetzt erschienene Buch, in dem der Bremer Historiker Lothar Machtan beweisen will, dass der Diktator Adolf Hitler homosexuell veranlagt war. Für den Autor gibt es eine derartig überwältigende Fülle von Indizien, dass man die These von Hitlers Homosexualität als gesichert ansehen könne.
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"Hitlers Geheimnis - Das Doppelleben eines Diktators", so heißt das jetzt erschienene Buch, in dem der Bremer Historiker Lothar Machtan beweisen will, dass der Diktator Adolf Hitler homosexuell veranlagt war. Für den Autor gibt es eine derartig überwältigende Fülle von Indizien, dass man die These von Hitlers Homosexualität als gesichert ansehen könne.Dabei stützt sich der Autor vor allem auf die Aussage von Hans Mend, der im selben Regiment wie Hitler diente und 1915 an der Front in Frankreich scheinbar folgendes beobachtet hat: "Wir hatten Heulager. Hitler lag mit 'Schmidl', seiner männlichen Hure, nachts zusammen." Die Beziehung der beiden soll auch aktenkundig sein. In Hitlers Militärakte stehe vermeldet, er sei " ... trotz Tapferkeit vor dem Feind wegen homosexueller Betätigung von der Beförderung zum Unteroffizier ausgeschlossen worden."Neben den Dienstpapieren stützt sich der Autor des gleichzeitig in 12 Ländern erscheinenden Buches auch auf damalige Vernehmungsprotokolle der Polizei, aus denen hervorgehen soll, dass der junge Hitler die Nacht mit Männern verbrachte. Hitler habe damals Zuflucht in der Großstadt Wien gesucht, wo er seine Sexualität gerne im Künstlermilieu ausgelebt hätte, doch der Zugang in diese freie Welt sei ihm nicht gewährt worden, wie der Autor des Buches erklärt. 1908 wurde Hitler nämlich als Kunstmaler an der Akademie abgewiesen. Seine Probearbeit erhielt die Note "ungenügend".Seine erste Liebesbeziehung soll er in Wien mit dem Musiker August Kubitscheck gehabt haben. Kubitscheck erinnert sich an zärtliche Momente: "Mein Freund erwartete mich schon am Bahnsteig, begrüßte mich in freudiger Erregung mit einem Kuss und führte mich dann gleich in seine Behausung, wo selbst ich die erste Nacht zubringen sollte."In der Politik habe Hitler dann seine Erfüllung - Selbstbestätigung und Männerfreunde - gefunden. Rudolf Hess, der Stellvertreter des Führers, in Parteikreisen auch als "Schwarze Emma" bekannt, habe dabei einen besonderen Platz eingenommen. Der Autor weiß zu berichten, dass die beiden sich während der gemeinsamen Haft in Landsberg näher gekommen sind.Kritiker werfen Machtan vor, er habe Gerüchte und Tratsch in seinem Buch verarbeitet.Die so genannten Indizien würden nicht ausreichen, um Hitlers Homosexualität zu beweisen. So müsse man zum Beispiel die Glaubwürdigkeit des Zeugen Mend anzweifeln, da der zwischen 1919 und 1930 mehrfach zu Freiheitsstrafen wegen Betrug, Diebstahl und Urkundenfälschung verurteilt wurde. Zudem wäre die Aussage des Zeugen in nationalkonservativen Kreisen festgehalten worden, die Hitler gerne gestürzt hätten, und zwar anhand von unpolitischen Belastungen. Da hätte das Bild des (sexuell) perversen Führers, der "Unzucht mit Personen desselben Geschlechts" treibt, den politischen Konkurrenten bestens in den Kram gepasst.Eines scheint man heute genau zu wissen: Unabhängig von seiner gleich- oder andersgeschlechtlichen Veranlagung soll Adolf Hitler sich nicht in bester sexueller Gesundheit befunden haben. Wer weiß, vielleicht lebte der mörderische Diktator ja auch ohne sexuelle Betätigung und fand er die volle Trieberfüllung in seiner brutalen Machtausübung.