Xenotransplantation ist die Übertragung von Tierorganen auf den Menschen. Die Entwicklung dieses Forschungsbereichs ist in letzter Zeit stark in den Vordergrund gerückt worden, da nicht genügend menschliche Spendeorgane zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund verspricht man sich sehr viel von den Forschungsergebnissen. Experten glauben allerdings, daß vor dem Jahr 2010 nicht mit einer breiteren klinischen Anwendung der Übertragung von Tierorganen zu rechnen ist. Das Hauss...

Xenotransplantation ist die Übertragung von Tierorganen auf den Menschen. Die Entwicklung dieses Forschungsbereichs ist in letzter Zeit stark in den Vordergrund gerückt worden, da nicht genügend menschliche Spendeorgane zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund verspricht man sich sehr viel von den Forschungsergebnissen. Experten glauben allerdings, daß vor dem Jahr 2010 nicht mit einer breiteren klinischen Anwendung der Übertragung von Tierorganen zu rechnen ist. Das Hausschwein ist die beste Quelle für Organe, da es im Gegensatz zum Menschenaffen nur wenige bakterielle und virale sowie keine bösartigen Krankheiten hat, die auf den Menschen übertragbar sind. Schätzungen zufolge, würden 4000 bis 6000 Tiere erforderlich sein, um den jährlichen Bedarf an Organen zu erfüllen. Solche Hochrechnungen werfen selbstverständlich eine Reihe medizinscher und ethischer Fragen auf. Deshalb hat eine von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Arbeitsgruppe von Theologen, Medizinern und Juristen jetzt in einem "Diskussionspapier" vorläufig zu diesem Thema Stellung genommen. Nur aufgrund der Tatsache, daß es an menschlichen Spenderorganen mangelt, haben die Experten der Xenotransplantation den Charakter einer "Notlösung" gegeben. Eine Verpflanzung tierischer Organe sei erst dann ethisch zulässig, wenn alle Risiken von unabhängigen Ethikkommissionen abgeschätzt worden seien. Zudem müsse die Einführung dieser medizinischen Technik kontrolliert werden, um die Verwischung der Grenzen zwischen "Heilversuch und Versuch am Menschen" zu verhindern. Außerdem machten die Fachleute auf den Konflikt zwischen dem Lebensrecht des Menschen und dem der Tiere aufmerksam. Die Arbeitsgruppe ist der Meinung, daß die Implantierung eines Tierorgans den Menschen zwar nicht seiner Identität als Mensch beraubt, aber immerhin könnten dadurch Probleme der "individuellen und sozialen Akzeptanz" auftreten. Für die behandelten Patienten müsse also eine psychologische Betreuung angeboten werden. Neben vorsichtigen Befürwortern der Xenotransplantation gibt es auch völlige Gegner, die der Auffassung sind, daß menschliches Leben weder grundsätzlich vor dem Tod bewahrt, noch ein ethisches Gebot zur Verlängerung menschlicher Lebenszeiten auf Kosten von Mitgeschöpfen festgelegt werden kann.der Bedarf: behoefte, die Betreuung: begeleiding, erforderlich: noodzakelijk.