der Anlass: aanleiding.
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der Anlass: aanleiding. die Beisetzung: begrafenis. einschließlich: inclusief. der Reiseantritt: vertrek. schlichten: bijleggen, verzoenen. schließlich: ten slotte. das politische Spitzenpersonal: toppolitici. tüchtig (hier): flink. vertreten: vertegenwoordigen. voraussichtlich: waarschijnlijk. der Würdenträger: hoogwaardigheidsbekleder. Zur Beisetzung von Papst Johannes Paul II. erschien Politprominenz aus der ganzen Welt. Deutschland - 35 % der Bevölkerung sind katholisch - war auch vertreten. Erst hatte der deutsche Regierungssprecher mitgeteilt, dass das politische Spitzenpersonal der Bundesrepublik voraussichtlich gemeinsam in einer einzigen Maschine zur Beerdigung des Papstes nach Rom fliege. An Bord der Maschine sollten sich befinden: Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), Außenminister und Vizekanzler Joschka Fischer (Grüne), von der Opposition Angela Merkel (CDU) und der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber sowie Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) und ein Vertreter des Bundesratspräsidenten Matthias Platzeck (SPD). Um die Maschine richtig voll zu kriegen, sollten auch noch Gäste mit an Bord: der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann und der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber. In dem Flugzeug würde also Deutschlands gesamte Staats- und Regierungsspitze einschließlich Opposition und höchster kirchlicher Würdenträger reisen. So etwas hatte es in Deutschland noch nie gegeben. Prompt wurden Spekulationen über die Sitzverteilung für die illustre Gesellschaft angestellt. Von einer "großen Koalition über den Wolken" war die Rede. Wie würde wohl die Kommunikation zwischen Regierung und Opposition bei dem Flug aussehen? Würden die katholische und evangelische Kirche schlichtend eingreifen müssen? Der geplante gemeinsame Flug der Politprominenz gab Anlass zu tüchtig Spott. Daneben gab es auch die Sicherheitsfrage. Dazu meinte der Regierungssprecher vertrauensvoll, man könne sich schließlich auf die Flugbereitschaft der Bundeswehr und ihre sehr kundigen Piloten verlassen. Sollten deren Maschinen einen Defekt haben, dann würden sie am Boden stehen bleiben und gar nicht erst fliegen. In den zwei Tagen vor dem Reiseantritt wurde also heftig gespottet, debattiert und spekuliert. Plötzlich wollte die Opposition dann doch lieber mit dem Bundespräsidenten fliegen und nicht mit Bundeskanzler Schröder. Letztendlich reisten Regierung und Opposition getrennt zur Beisetzung des Papstes nach Rom. Eine Regelung wie in den USA, wo Präsident und Vizepräsident aus Sicherheitsgründen nicht in derselben Maschine reisen dürfen, gibt es in Deutschland nicht. "Wir vertrauen auf die Luftwaffe, dass alle sicher ankommen", sagte ein Sprecher des deutschen Innenministeriums.