Wer "Leipzig" hört, der denkt an Handel und Messen. Für "urbs Libzi", die Burg Libzi, mit der der Name Leipzig in die Geschichte eintrat, fing der Handel erst so richtig im Jahre 1165 an, als Leipzig Stadt- und Marktrecht erhielt. Von da an entwickelte sich der Ort zu einer Messestadt von nationalem und internationalem Rang. Neben einem Umschlagplatz für Pelze und Rauchwaren wurde Leipzig zur Stadt des Buches. 1825 wurde dort der Börsenverein der Deutschen Buchhändler gegründet und Verleger wie Baedecker, Brockhaus und...

Wer "Leipzig" hört, der denkt an Handel und Messen. Für "urbs Libzi", die Burg Libzi, mit der der Name Leipzig in die Geschichte eintrat, fing der Handel erst so richtig im Jahre 1165 an, als Leipzig Stadt- und Marktrecht erhielt. Von da an entwickelte sich der Ort zu einer Messestadt von nationalem und internationalem Rang. Neben einem Umschlagplatz für Pelze und Rauchwaren wurde Leipzig zur Stadt des Buches. 1825 wurde dort der Börsenverein der Deutschen Buchhändler gegründet und Verleger wie Baedecker, Brockhaus und Reclam ließen sich in der Stadt nieder. Im Rahmen der Leipziger Buchmesse wird dem belgischen Schriftsteller, Dramatiker und Regisseur Hugo Claus am 23. März im Festsaal des Alten Rathauses der "Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2003" verliehen. Die vom Freistaat Sachsen, der Stadt Leipzig und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 1994 vergebene Auszeichnung würdigt alljährlich besondere Verdienste um die Verständigung zwischen den europäischen Völkern. Hugo Claus - von einem Kritiker auch als "Hammer von Flandern" bezeichnet - erhält den Preis für sein Gesamtwerk, in dem er immer wieder die Abgründe der modernen Zivilisation, die aus dem Inneren der Gesellschaft kommende Gewalt und die Heuchelei in der politischen Szene unbarmherzig und zugleich mit viel Sinn für das Groteske und Absurde schildert. Die Auszeichnung gilt vor allem auch seinem Werk "Der Kummer von Flandern", das die apokalyptische Dimension des Faschismus und der Kollaboration ausleuchtet. Das Buch war in den 80er-Jahren der hauptsächliche Auslöser dafür gewesen, die Aufmerksamkeit wieder auf die niederländischsprachige Literatur zu richten. Hugo Claus, der in Deutschland oft als eine Art belgischer Günter Grass angesehen wird, verfüge über ein viel umfangreicheres Arsenal an Inhalten und Mitteln zu deren ästhetischer Umsetzung, ließ ein deutscher Kritiker verlauten. Niemand sei in dem bis in die 70er-Jahre als äußerst rückständig geltenden Flandern weltoffener gewesen als Hugo Claus. Er habe nicht nur Belgiens Geschichte und Skandale, sondern auch den Surrealismus auf packende Weise in die heutige Zeit getragen. Hugo Claus und sein Werk seien zu einem wichtigen Bestandteil des gesamten europäischen Gewissens geworden, so die Jury. ausleuchten: grondig belichten. der Auslöser: veroorzaker. die Auszeichnung: onderscheiding. gründen: stichten. der Hammer: moker. Der Kummer von Flandern: Het verdriet van België. die Messe (hier): jaarbeurs. die Rauchwaren: pelsen. rückständig: achterlijk. verfügen: beschikken. der Verleger: uitgever. weltoffen: internationaal ingesteld.