In Deutschland hat der Bundesrat ein Gesetz verabschiedet, mit dem das fast 70 Jahre alte Rabattgesetz abgeschafft wird. Bisher durften Rabatte nur bis zu einer Höhe von drei Prozent des Kaufpreises gewährt werden und Kundengeschenke nur einen äußerst geringen Wert haben. Damit ist jetzt Schluss. Händler können ihre Kunden fortan mit üppigen Rabatten und großzügigen Geschenken locken. Aber auch die Kunden selbst können aktiv werden und um Rabatte und Geschenke feilschen. Verbraucherverbände warnen jedoch vor Scheinrabatten.
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In Deutschland hat der Bundesrat ein Gesetz verabschiedet, mit dem das fast 70 Jahre alte Rabattgesetz abgeschafft wird. Bisher durften Rabatte nur bis zu einer Höhe von drei Prozent des Kaufpreises gewährt werden und Kundengeschenke nur einen äußerst geringen Wert haben. Damit ist jetzt Schluss. Händler können ihre Kunden fortan mit üppigen Rabatten und großzügigen Geschenken locken. Aber auch die Kunden selbst können aktiv werden und um Rabatte und Geschenke feilschen. Verbraucherverbände warnen jedoch vor Scheinrabatten. Denn wenn die Preise erst heraufgesetzt und dann scheinbar hohe Rabatte gewährt werden, hat der Kunde letztendlich nichts davon gehabt. Den Verbrauchern wird also auch weiterhin geraten die Preise aufmerksam zu vergleichen. Während sich die Verbraucher freuen, befürchten deutsche Händler, dass Supermärkte und Kaufhäuser bald schon zu Basars werden, in denen die Kunden beim Kauf eines Kilos Zwiebeln zu feilschen beginnen. Rabatte werden aber wohl eher beim Kauf teurer Artikel wie Autos, Fahrräder oder Fernseher ausgehandelt werden. Damit Kunden für ihre Treue belohnt werden und nicht beim Kilo Zwiebeln handeln müssen, werden in Zukunft im Einzelhandel verstärkt Rabattkarten angeboten. Mit solch einer Karte können entweder nur in einem oder in einer ganzen Reihe von Unternehmen Bonuspunkte gesammelt werden. Diese Punkte kann man sich auszahlen lassen, in ein Produkt aus dem Prämienshop eintauschen oder einem guten Zweck spenden. Fachleute glauben, dass der Fall des Rabattgesetzes den Preiswettbewerb beleben wird. Zugaben und Geschenke sollen eine größere Rolle spielen als hohe Rabatte. Zudem würden Rabattkarten an Bedeutung gewinnen und schließlich der Einzelhandel von den großen Ketten erstickt werden. Eine der Ketten, die zurzeit in Deutschland am meisten von sich Reden macht, ist Edeka. Das Unternehmen hatte mit dem Verkauf von Autos der Marke Fiat Punto in ihren Supermärkten begonnen. Über eine Hotline, per Internet oder in den 400 Edeka-Märkten in Baden-Württemberg konnten Kunden für 24 500 Mark (12 526 Euro) einen Fiat Punto im Paket mit einem Laptop-Computer und anderen Elektronikprodukten bestellen. Der scheinbar in gemeinsamer Aktion mit Fiat veranstaltete Kauf passte dem Autohersteller überhaupt nicht in den Kram. Er verklagte die Kette wegen sittenwidriger und irreführender Werbung und wollte damit die Auslieferung der Wagen verbieten lassen. Das Gericht entschied anders und stellte fest, dass die Aktion 'Jetzt schlägt's Punto' des Handelsriesen nicht wettbewerbswidrig sei. Edeka verpflichtet sich aber bei der eigenen Werbung den von Fiat empfohlenen Preis für das Auto anzugeben. Alle Autos 'gingen über den Ladentisch' - es wurde nicht gefeilscht.feilschen: pingelen, marchanderen. der Ladentisch: toonbank. üppig: weelderig, overvloedig.