Drei Wochen nach dem Angriff Hitlers auf die Sowjetunion, unterzeichnete Stalin Ende August 1941 einen Erlass, der die Umsiedlung der deutschen Bevölkerung an der Wolga vorsah. Für den Sowjetführer waren die dort ansässigen Deutschen allesamt Spione, die nur eins im Sinn hatten: "nach einem Signal aus Deutschland Sprengstoffanschläge zu verüben".
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Drei Wochen nach dem Angriff Hitlers auf die Sowjetunion, unterzeichnete Stalin Ende August 1941 einen Erlass, der die Umsiedlung der deutschen Bevölkerung an der Wolga vorsah. Für den Sowjetführer waren die dort ansässigen Deutschen allesamt Spione, die nur eins im Sinn hatten: "nach einem Signal aus Deutschland Sprengstoffanschläge zu verüben". Innerhalb kürzester Zeit wurden 900 000 Deutsche in der UdSSR nicht gerade auf zimperliche Weise nach Sibirien, Kasachstan und Kleinasien deportiert. Dort hatten die Außenseiter aus Deutschland kein einfaches Leben. Sie wurden meistens alle als Faschisten über einen Kamm geschehrt und trauten sich daher auch nicht, in der Öffentlichkeit miteinander deutsch zu sprechen. Als Minderheit waren sie gezwungen, sich hinter verschlossenen Türen zu treffen um ihre Kultur, Religion und Tradition zu leben. Heute sind die damals Vertriebenen bereits in dritter Generation in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Viele von ihnen haben schon vor Jahren einen Antrag gestellt, um als Spätaussiedler nach Deutschland ausreisen zu dürfen. Wer zurück nach Deutschland wollte, musste in der deutschen Botschaft des Ausreiselandes einen Sprachtest bestehen, bevor er/sie nach Deutschland durfte. Für diejenigen, die den Sprachtest bestanden haben, schien nun alles geregelt. Haus und Hof konnten verkauft werden und der Reise nach Deutschland stand nichts mehr im Wege. Einmal in der Bundesrepublik angekommen, sieht plötzlich alles ganz anders aus, denn hier werden die Spätaussiedler von deutschen Behörden unverhofft erneut zu einem Sprachtest eingeladen. Bei diesem viel schwierigeren Test versagen die meisten. Sie sind in der Regel so aufgeregt, dass sie kein Wort mehr sagen können. Wird der Test nicht bestanden, müssen die Spätaussiedler wieder dort hin, wo Hitler und Stalin sie vor mehr als 50 Jahren hinschickten. Für deutsche Behörden ist die Angelegenheit einfach, denn wer am zweiten Sprachtest scheitert, kann seine "deutsche Volkszugehörigkeit nicht glaubhaft" darlegen und muss wieder "nach Hause" zurück. Durch die Verschärfung der Aufnahmebedingungen hat die Problematik um die Spätaussiedler noch zugenommen, denn weiterhin gilt als Vertriebener, wer von einem solchen abstammt. Der Status ist demnach erblich.ansässig : wonend. der Aussiedler : emigrant (met name Duitstalige emigrant uit Oost-Europa). scheitern : mislukken. der Sprachtest : taaltest.