Als am 11. September die beiden Hochhäuser in New York einstürzten, war die Welt geschockt. Amerikas Zentrum wirtschaftlicher Macht und Symbol kapitalistischer Größe war von Terroristen zerstört worden. Das konnte sich der amerikanische Präsident George W. Bush nicht gefallen lassen und erklärte dem Bösen in der Welt den Krieg.
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Als am 11. September die beiden Hochhäuser in New York einstürzten, war die Welt geschockt. Amerikas Zentrum wirtschaftlicher Macht und Symbol kapitalistischer Größe war von Terroristen zerstört worden. Das konnte sich der amerikanische Präsident George W. Bush nicht gefallen lassen und erklärte dem Bösen in der Welt den Krieg. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) versicherte dem US-Präsidenten im so genannten Kampf gegen den internationalen Terrorismus seine uneingeschränkte Solidarität. Erst wurde Afghanistan in nur wenigen Wochen in eine Demokratie verwandelt und dem ehemals mit den USA befreundeten Taliban-Regime der Garaus gemacht. Dann wollte George W. Bush unbedingt einen Krieg im Irak - weshalb, ist auch heute noch unklar - doch die Weltöffentlichkeit war diesmal gut unterrichtet und protestierte massiv gegen einen solchen Krieg. In Deutschland schien sich eine neue Friedensbewegung zu bilden und gingen jung und alt gegen Militäraktionen auf die Straße. Der in Deutschland politisch stark unter Druck geratene Kanzler - hohe Arbeitslosenzahlen, schlechte Wirtschaftslage, gescheiterte Reformen, Wahlniederlagen - sicherte sich die Sympathien der BürgerInnen indem er sich gegenüber den USA gegen einen Krieg im Irak entschied. Dafür soll der Kanzler nun belohnt werden. Der Verband deutscher Schriftsteller hat nämlich vorgeschlagen, Bundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer wegen ihres beharrlichen Einsatzes für eine friedliche Lösung des Irak-Konfliktes mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels auszuzeichnen. Davon will der österreichische Schriftsteller Peter Handke jedoch nichts hören. "Mit diesem Vorschlag ist das Wort Schriftsteller außer Gebrauch zu setzen", sagte er der österreichischen Illustrierten News. "Diese Leute, die den Krieg gegen Jugoslawien vor vier Jahren scheinheiligst losgebrochen haben, sagen vier Jahre später noch scheinheiliger: 'Von diesem Krieg sind wir nicht überzeugt'", sagte der Schriftsteller, der seit einigen Jahren wegen seiner proserbischen Erklärungen umstritten ist. "Wenn man dafür vom deutschen Schriftstellerverband für den Friedenspreis vorgeschlagen wird, dann höre ich auf. Mein Beruf wird dann Rentner oder Maikäfer. "auszeichnen: (een prijs) uitreiken; beharrlich: volhardend; jemandem den Garaus machen: iemand uitschakelen; das Hochhaus: (lett.) torenflat; der Maikäfer: meikever; der Rentner: gepensioneerde; scheitern: mislukken; der Schriftsteller: de auteur; umstritten: omstreden; unbedingt: absoluut, met alle geweld; uneingeschränkt: volledig, ten volle.