Die Mitteilung der deutschen Regierung an die BürgerInnen des Landes ist deutlich zu verstehen: Wir wollen an euer Geld ran!
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Die Mitteilung der deutschen Regierung an die BürgerInnen des Landes ist deutlich zu verstehen: Wir wollen an euer Geld ran! Man hört nur noch, dass die Kassen leer sind, Reformen schnell umgesetzt und Einschnitte in das Sozialsystem vorgenommen werden müssen, die BürgerInnen länger arbeiten und weniger Rente bekommen und sich nebenher auch noch selbst rentenversichern sollen. Die Begeisterung in der Bevölkerung hält sich dementsprechend in Grenzen. Man könnte also davon ausgehen, dass deutsche Volksvertreter gute Stimmung für ihr Projekt "Reformkurs" machen wollen und mit gutem Beispiel vorangehen. Falsch! Wenn es um die Abgeordneten selbst geht, scheint der Begriff "Sparen" ein Fremdwort zu sein. Der Deutsche Bundestag lässt in der Nähe des Reichstagsgebäudes auf Steuerzahlerkosten einen luxuriösen "Sozialbereich" bauen. Sozial klingt gut, aber was steckt in diesem Fall dahinter? Dahinter verbirgt sich eine 530 Quadratmeter große Sporthalle mit Umkleideräumen, Duschen und einer 20-Personen-Sauna mit Tauchbecken. Wenn man bedenkt, dass in Berlin eine ganze Reihe von Badeanstalten und "Sozialbereichen" ihre Tore schließen mussten, weil kein Geld für deren Renovierung da ist, versteht man die Empörung bei den deutschen Steuerzahlern. Abgeordnete, die sich körperlich ertüchtigen und dabei auch noch auf Tuchfühlung mit dem Volk bleiben wollen, hätten vor einigen Wochen ausreichend Gelegenheit dazu gehabt, als sich Berliner Freizeit-Fußballer auf der Wiese vor dem Reichstag zum Sonntagskick trafen. Mit von der Partie waren der Verein Cosmos Berlin und die Spitze des Berliner Fußball-Verbandes. Sie beriefen sich auf jahrzehntelange Gewohnheiten und wollten den Volkssport Fußball näher an das Gebäude mit der Aufschrift "Dem deutschen Volk" bringen. Das fand das Bezirksamt Berlin Mitte nicht keine besonders gute Idee. Der Rasen sei nicht geeignet zum Fußballspielen und schließlich - wie sollte es auch anders sein - habe man kein Geld für die Pflege von Fußballrasen. Die Freizeitkicker erhielten von der Polizei einen Platzverweis. Der Platz der Republik bleibt eine sportfreie Zone. ausreichend: voldoende. der Einschnitt (hier): besparing. die Empörung: verontwaardiging. ertüchtigen: harden. das Gebäude mit der Aufschrift "Dem deutschen Volk": verwezen wordt naar het gebouw van de bondsdag (Duitse parlement). sich in Grenzen halten: uitermate beperkt zijn. die Pflege: verzorging. der Rasen: grasveld. die Renten: pensioen. der Sozialbereich: sociale instelling. auf Tuchfühlung bleiben: voeling houden. der Verband (hier): bond, vereniging. vornehmen: uitvoeren. die Wiese: wei, veld.