Taschengeld ist nicht gleich Taschengeld. Da gibt es zum Beispiel diejenigen, die regelmäßig und die anderen, die nur hin und wieder mal Taschengeld bekommen. Und das hat einen ganz entscheidenden Einfluss auf das Verhältnis der Jugendlichen zum Geld und auf ihr Kaufverhalten.
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Taschengeld ist nicht gleich Taschengeld. Da gibt es zum Beispiel diejenigen, die regelmäßig und die anderen, die nur hin und wieder mal Taschengeld bekommen. Und das hat einen ganz entscheidenden Einfluss auf das Verhältnis der Jugendlichen zum Geld und auf ihr Kaufverhalten. Das Kreditkartenunternehmen Eurocard/Mastercard hat bei der Universität Bonn eine Studie über die Kaufentscheidung jugendlicher Konsumenten in Europa in Auftrag gegeben. Es wurden mehr als 10 000 SchülerInnen in allen EU-Ländern befragt. Dabei ist herausgekommen, dass Kinder und Jugendliche im Norden meistens regelmäßig Taschengeld und im Süden Europas eher sporadisch Geldgeschenke erhalten. Ein anderer Unterschied: In den nördlichen Mitgliedsländern sind die jungen Leute bei ihren Kaufentscheidungen viel selbständiger als ihre Altergenossen in den mediterranen Gegenden. Eltern und Geschwister spielen in Ländern wie Portugal, Spanien, Italien und Griechenland eine besonders große Rolle, wenn es um Rat und Unterstützung bei den Kaufentscheidungen Jugendlicher geht. 80 Prozent aller griechischen Kinder suchen den Rat ihrer Eltern, bevor sie ihr Taschengeld ausgeben. 82 Prozent aller spanischen Jugendlichen nehmen meistens sogar ihre Mütter zum Einkaufen mit. In weniger südlichen Gefilden, in Irland, Deutschland und Österreich, sieht das schon ganz anders aus. Dort fragen die Kinder lieber ihre engsten Freunde um Rat und gehen meistens auch mit ihnen auf Einkaufstour. Aus der Bonner Studie geht hervor, dass die größten Shopping-Individualisten unter den jugendlichen Taschengeldempfängern in den Beneluxstaaten und in Frankreich zu Hause sind. Dort gaben mehr als 40 Prozent der Jugendlichen an, dass sie am liebsten alleine einkaufen gehen. Laut Uni Bonn muss auch zwischen dem Kaufverhalten der Jungen und Mädchen unterschieden werden. Jungen machen ihre Kaufentscheidungen viel stärker von Werbung im Fernsehen, im Internet und in den Printmedien abhängig. Für ihre Altersgenossinnen ist der Austausch mit Eltern, Geschwistern und Freunden ausschlaggebender. Sie lassen sich auch eher vom Preis und Prestigewert der begehrten Artikel beeindrucken, während die Jungen stärker nach funktionalen Kriterien aussuchen. Vor fünf Jahren hatte die Universität Bonn eine erste Konsumanalyse dieser Art durchgeführt. Im Vergleich stellen die WissenschaftlerInnen fest, dass Jugendliche ihr Taschengeld kaum noch sparen und vor allem für Handys und geführte Mobiltelefonate ausgeben. abhängig: afhankelijk. der Austausch: overleg. das Gefilde: streek. das Geschwister: broers en zussen. das Handy: gsm. hervorgehen: te concluderen zijn. die Kaufentscheidung: beslissing om te kopen. das Taschengeld: zakgeld. die Werbung: reclame.