Immer wieder hört man, dass im Internet alles möglich sei. Das stimmt nicht. Dort ist zum Beispiel Rassismus genauso strafbar, wie in anderen Medien und nichtvirtuellen Leben auch.
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Immer wieder hört man, dass im Internet alles möglich sei. Das stimmt nicht. Dort ist zum Beispiel Rassismus genauso strafbar, wie in anderen Medien und nichtvirtuellen Leben auch. So arbeiten rund 20 Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes (BKA) in der "Zentralstelle gegen Internet-Kriminalität" und suchen im Netz unter anderem nach rassistischen Websites. Da haben die paar BKA-ler jede Menge zu tun, denn das Simon-Wiesenthal-Center in Los Angeles stellt fest, dass es immer mehr Internetseiten mit rassistischem und kriegsverherrlichendem Inhalt gibt. 1995 zählten die Wiesenthal-Rechercheure nur eine einzige Hass-Seite im Netz, heute sollen es rund 2 000 sein. Wer sich nun wirklich einen Einblick in den Schwachsinn verschaffen will, braucht nur das Stichwort "Hitler" in irgendeine Suchmaschine einzugeben und schon hat er/sie Einsicht in zahllose Webseiten, die rassistisches und menschenverachtendes Gedankengut verbreiten. Diese Propaganda-Seiten tragen Namen wie "Sieg Heil", "Weißer Arischer Widerstand" oder "Stormfront". Das dort veröffentlichte illegale Zeug reicht von der üblichen Leugnung des Holocausts über das "Horst-Wessel-Lied" bis hin zur Bastelanleitung für Bomben. Im Simon-Wiesenthal-Center hat man festgestellt, dass die Macher solcher Hass-Seiten immer professioneller vorgehen und sich heute besonders an ein kindliches bis jugendliches Publikum wenden. Im Netz werden Kindern zum Beispiel CDs von Musikgruppen wie "Heiliger Rassenkrieg" sowie Spiele und Kreuzworträtsel angeboten, die ihnen die Überlegenheit der weißen Rasse einpauken. Die Wiesenthal-Rechercheure haben jahrelang im Netz gesurft, sich mit falschen Namen in die Chat-Rooms rassistischer Organisationen Einlass verschafft und nach Nazi-Adressen gesucht. Die Untersuchungen sind jetzt abgeschlossen. 1 426 rassistische Webseiten wurden gefunden und davon viele mit Kommentaren versehen und auf eine CD-Rom gepresst. Die Wiesenthal-CD-Rom trägt den Namen "Digital Hate 2000" und wird den Strafverfolgungsbehörden weltweit zur Verfügung gestellt. Trotz großer Bemühungen und immer besserer Informationen sind die Straftäter oft nur schwer zu fassen, denn sie vertreiben ihre Seiten über amerikanische oder skandinavische Provider, wo so etwas völlig legal ist.basteln: knutselen. einpauken: inpompen (van kennis). der Einlass: toegang. das Zeug (hier): flauwekul.