Zwischen Dezember 1993 und Dezember 1996 wurden in Österreich und Deutschland im Namen einer Gruppe, die sich "Bajuwarische Befreiungsarmee (BBA)" nannte, 28 fremdenfeindlich motivierte Briefbombenanschläge verübt. Dabei handelte es sich keineswegs um kleine Sabotageakte, sondern um besonders grausame Mordanschläge. 1995 wurden vier Roma getötet und 17 Menschen verletzt.
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Zwischen Dezember 1993 und Dezember 1996 wurden in Österreich und Deutschland im Namen einer Gruppe, die sich "Bajuwarische Befreiungsarmee (BBA)" nannte, 28 fremdenfeindlich motivierte Briefbombenanschläge verübt. Dabei handelte es sich keineswegs um kleine Sabotageakte, sondern um besonders grausame Mordanschläge. 1995 wurden vier Roma getötet und 17 Menschen verletzt. Die Adressaten der Briefbomben waren Menschen, die sich für Ausländer einsetzten, u.a. Wiens Altbürgermeister Helmut Zilk und der Kärntener Verleger Lojze Wieser. Es gingen auch Briefbomben an Menschen, die in den Augen der Attentäter Ausländer waren, wie zum Beispiel ein aus Syrien stammender Landarzt, Flüchtlingshelfer oder die TV-Moderatorin Arabella Kiesbauer. 1997 konnte der Bombenbauer endlich gefaßt werden. Bei seiner Verhaftung versuchte er sich selbst in die Luft zu sprengen und verlor dabei beide Unterarme. Die Ermittler waren überzeugt, daß es sich bei dem gefaßten Franz Fuchs um einen Einzeltäter handelte und verklagten den 49jährigen des vierfachen Mordes, zahlreicher Mordversuche und schwerer Körperverletzung. Seit Prozeßbeginn am 2. Februar dieses Jahres mußte der Angeklagte immer wieder vom Verfahren ausgeschlossen werden, da er durch Ausbrüche und Haßparolen störte. "Ausländer, nein danke! Es lebe die deutsche Volksgruppe!" schrie Fuchs durch den Saal. Die These der Staatsanwaltschaft, daß Fuchs als Alleintäter aufgetreten sei, gewann noch an Gewicht, als der Angeklagte die Bomben im Gerichtssaal problemlos nachbaute. Und auch das psychiatrische Gutachten, in dem Fuchs als fanatisch und seelisch gestört, aber als schuldfähig beschrieben wurde, stärkte diese These, die der Verteidiger des Angeklagten bis zuletzt anzweifelte. Durch das Gutachten einer Sprachwissenschaftlerin, die die Sprache in den Bekennerbriefen mit der von Fuchs verglich, wurde die These der Alleintäterschaft jedoch nicht bekräftigt. Franz Fuchs wurde im größten österreichischen Kriminalprozeß dennoch von den Geschworenen für schuldig empfunden: Er muß lebenslang in eine psychiatrische Anstalt. Nachdem der Richter ihm das Wort für eine letzte Stellungnahme erteilte, schrie Fuchs durch den Saal: "Es lebe die Bajuwarische Befreiungsarmee".der Ausbruch : uitbarsting. der Attentäter : pleger van een aanslag. das Gutachten : deskundig verslag.