Es läuft was schief im Staate Deutschland. Bund, Länder und Städte sind völlig pleite. Woran das wohl liegen mag? Etwa an inkompetenter Führung und schlechtem Management? Wenn ja, kann dem Übel in kürze Abhilfe geschaffen werden, Deutsch- land hat jetzt nämlich eine Elite-Universität aufzuweisen.
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Es läuft was schief im Staate Deutschland. Bund, Länder und Städte sind völlig pleite. Woran das wohl liegen mag? Etwa an inkompetenter Führung und schlechtem Management? Wenn ja, kann dem Übel in kürze Abhilfe geschaffen werden, Deutsch- land hat jetzt nämlich eine Elite-Universität aufzuweisen. In Berlin wurde die European School of Management and Technology (ESMT) aus der Taufe gehoben. Die Privatschule, ein schon lange gehätschelter Traum der deutschen Industrie, will Managernachwuchs und Führungskräfte auch in Deutschland angemessen aus- beziehungsweise weiterbilden. Es soll eine Schule in Deutschland, aber nicht nur für Deutsche, sondern für Leute aus der ganzen Welt sein. Die Professoren sollen zu jeweils einem Fünftel aus dem Inland, aus Ost- und Westeuropa, Asien und Nordamerika kommen. Unterrichtssprache ist selbstverständlich Englisch. Großes Vorbild der Schulgründer ist die bekannte Harvard Universität in den USA. Und da bisher in den internationalen Uni-Ranglisten keine einzige deutsche Wirtschafts-Hochschule zu finden ist, soll die neue Business-Schule in zehn Jahren auf ihrem Arbeitsgebiet zu den bedeutendsten Lehr- und Forschungseinrichtungen auf dem Kontinent zählen, wünscht sich Gründungsmitglied Gerhard Cromme, Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschef. Mit diesem Wunsch befindet sich Cromme in der illustren Gesellschaft weiterer Träumer aus 25 Spitzenunternehmen wie Allianz, Daimler-Chrysler und Eon. Zusammen haben sie bisher 90 Millionen Euro für die Einrichtung aufgebracht. In den nächsten fünf Jahren kommen da noch 25 Millionen Euro von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung dazu. Damit fehlen aber immer noch 10 Millionen Euro Startkapital. Kritiker der neuen Privatschule glauben, dass das Geld vorne und hinten nicht reichen wird, um einen ordentlichen Schulbetrieb zu gewährleisten. Auch die öffentlichen Universitäten stehen der Elite-Uni skeptisch gegenüber. Sie befürchten, dass die Industrie irgendwann kein Geld mehr fließen lässt und der Staat schließlich einspringen muss. Privates müsse auch privat finanziert werden, meint die Hochschulrektorenkonferenz. Bleibt nur zu hoffen, dass die neue deutsche Privat-Uni in zehn Jahren auch finanziell den Vergleich mit Harvard aufnehmen kann - die US-Universität verfügt nämlich über ein Stiftungsvermögen von elf Milliarden Dollar. Kostenlos ist das Studium an der ESMT natürlich nicht. Studierende, die den akademischen Grad MBA (Master of Business Administration) erwerben wollen, müssen mit einer Studiengebühr von ungefähr 50 000 Euro pro Jahr rechnen. Investieren kann nur, wer neben Geld auch einen Hochschulabschluss in der Tasche und einige Jahre Berufserfahrung gesammelt hat. Sitz der privaten Elite-Uni ist das vom Land Berlin kostenlos zur Verfügung gestellte ehemalige Staatsratsgebäude der DDR am Schlossplatz in Berlin. Es ist die frühere Wirkungsstätte von Erich Honecker. Abhilfe schaffen: de moeilijkheden uit de weg ruimen. angemessen: behoorlijk. aufzuweisen haben: bogen op. befürchten: vrezen. beziehungsweise: respectievelijk. gemeinnützig: van algemeen nut. hätscheln: koesteren. die Hertie-Stiftung:instelling in 1953 opgericht door de eigenaar van het Hertie-warenhuis. Ze houdt zich bezig met wetenschappelijk onderzoek en opleiding. pleite sein: failliet zijn. die Studiengebühr: bijdrage, schoolgeld. verfügen: beschikken. vorne und hinten: op geen stukken na voldoende. die Wirtschaft: economie.