Erst vor einem Monat war ans Tageslicht gekommen, dass Neugeborenen und Kleinkindern, die in deutschen Krankenhäusern gestorben waren, ohne Zustimmung der Eltern jahrelang Organe entnommen wurden. Die Eltern wussten also nicht, dass der Körper ihrer toten Kinder schamlos ausgeraubt worden war und sich bei der Beerdigung ein zum Teil ausgehöhlter Leib im Sarg befand.
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Erst vor einem Monat war ans Tageslicht gekommen, dass Neugeborenen und Kleinkindern, die in deutschen Krankenhäusern gestorben waren, ohne Zustimmung der Eltern jahrelang Organe entnommen wurden. Die Eltern wussten also nicht, dass der Körper ihrer toten Kinder schamlos ausgeraubt worden war und sich bei der Beerdigung ein zum Teil ausgehöhlter Leib im Sarg befand. Geradezu kaltblütig und mit unerhörter Arroganz erklärten Ärzte in Fernsehinterviews, wie den toten Kindern im Namen der Wissenschaft - und ohne Befragung der Eltern - das Gehirn und andere Organe entfernt worden seien. Während man nun noch dabei ist, die betroffenen Eltern zu informieren und aufzuklären, muss sich die Justiz in Süddeutschland bereits mit einer weiteren Ungeheuerlichkeit beschäftigen. Wurden heimlich medizinische Experimente an Behinderten vorgenommen? Die Eltern der geistig behinderten Christine hatten durch puren Zufall erfahren, dass ihre Tochter im St.-Josefs-Stift in Eisingen mehrmals "von zwei Männern" abgeholt worden war. Christines Eltern gingen der Sache nach und befragten die Leiterin des medizinischen Dienstes im St.-Josefs-Stift. Auf Drängen der Eltern gab sie dann zu, dass in "diesem Einzelfall" eine Heimbewohnerin ohne Wissen der Angehörigen von Humangenetikern der Universität Würzburg untersucht worden war. Die Forscher der Universität seien "zufällig" im Haus gewesen. Dann tauchten auch noch zwei Bilder von Christine auf, die mit "vorher" und "nachher" bezeichnet waren. Die Eltern waren natürlich besorgt, und wollten wissen, was zwischen dem Vorher und dem Nachher mit ihrer 30-Jährigen Tochter passiert war. Im Stift wurde nur gesagt, dass alles ein Missverständnis sei. Doch Christines Eltern waren mutig und informierten die Angehörigen anderer Heimbewohner. Auch eine andere Frau forderte Einsicht in die Akte ihrer Schwester. Dort entdeckte sie als Anmerkung zu einer Laborprobe die beiden Buchstaben "HG". "HG" heißt Humangenetik. Zudem stellte sie fest, dass die Leberwerte ihrer Schwester über eine Periode von einem halben Jahr hoch bis sehr hoch gewesen waren. Auf ihre Frage, was passiert war, antwortete man im Heim, ihre Schwester habe zuviel Kaffee getrunken. Nach dieser unglaublichen Antwort stellt die Frau sich jetzt die Frage, ob man an ihrer Schwester ein Medikament ausprobiert hat. Inzwischen wurde bekannt, dass seit Jahren eine Zusammenarbeit zwischen dem Behindertenheim von Eisingen und dem Institut für Humangenetik der Universität Würzburg besteht. Mindestens 160-mal wurde Heimbewohnern Blut abgenommen und an das Institut übergeben - meistens ohne Einwilligungserklärung. Und mittlerweile weiss man auch, dass Mitarbeiter des Instituts fünf- bis sechsmal im Jahr im Stift gewesen sind. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen die Humangenetiker der Universität Würzburg. Aber direkte Nachweise für diese ungeheuerlichen Praktiken sind nur sehr schwer zu erbringen, zumal viele Opfer aufgrund ihrer Krankheit nicht sprechen können oder medikamentös behandelt werden.die Angehörige: bloedverwanten, familieleden. die Genehmigung: vergunning. der Nachweis: bewijs. die Staatsanwaltschaft: parket. die Ungeheuerlichkeit: afschuwelijk iets.