Die einzige in Deutschland täglich erscheinende Wirtschaftszeitung - das 'Handelsblatt' - hat Konkurrenz bekommen. Jetzt liegen nämlich von montags bis freitags auch Exemplare der 'Financial Times Deutschland' in deutschen Kiosken aus. Die von sogenannten Fachleuten kurz FTD (bitte englisch aussprechen!) genannte Zeitung ist die erste nicht englischsprachige Ausgabe des 1884 in London auf den Markt gebrachten Blattes. 1893 hatte der Verleger der Financial Times (FT) die Idee, die ...

Die einzige in Deutschland täglich erscheinende Wirtschaftszeitung - das 'Handelsblatt' - hat Konkurrenz bekommen. Jetzt liegen nämlich von montags bis freitags auch Exemplare der 'Financial Times Deutschland' in deutschen Kiosken aus. Die von sogenannten Fachleuten kurz FTD (bitte englisch aussprechen!) genannte Zeitung ist die erste nicht englischsprachige Ausgabe des 1884 in London auf den Markt gebrachten Blattes. 1893 hatte der Verleger der Financial Times (FT) die Idee, die Wirtschaftszeitung auf lachsfarbenem Papier zu drucken, um sie unverwechselbar zu machen. Deutsche Anleger, Finanzjongleure und Wirtschaftsinteressierte dürfen sich auch noch im Jahre 2000 glücklich schätzen, mit der FTD ein Stück sichtbar unverwechselbarer Information in Händen zu halten. Ehe jedoch das erste Blatt lachsfarbenen Papiers mit deutschen Buchstaben gedruckt werden konnte, mussten die 130 Journalisten der neuen deutschen Zeitung ein Jahr lang warten. Insgesamt 40 Probenummern wurden produziert und das ging den Journalisten der FTD selbstverständlich tüchtig auf den Geist, denn wer schreibt schon gerne für den Papierkorb. Die Zeit der Übung und Geheimniskrämerei um das neue Blatt ist nun jedoch vorbei und täglich werden den Leser/Innen für 2,50 Mark 38 bis 46 Seiten mit Informationen aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Finanzen und Geldanlage zum Kauf angeboten. Noch liegt die Auflage bei 50 000 Exemplaren, in vier bis fünf Jahren will die FTD schon 120 000 Stück verkaufen und auch schwarze Zahlen schreiben. Nach Angaben des Verlags liegt der Anlaufverlust zurzeit 'deutlich unter 300 Millionen Mark'. Die neue Tageszeitung hat den Zeitungsmarkt in Bewegung gebracht. Während der langen Planungsphase haben die Konkurrenten nicht geschlafen. Das 'Handelsblatt' hat seine Berichterstattung erweitert und auch leichte Themen eingebaut. Die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' hat ihren Wirtschaftsteil ausgebaut und das 'Wall Street Journal' druckt seinen Namenszug jetzt in blauer Farbe, so wie die Titelbalken der FTD. Die neue Tageszeitung arbeitet eng mit dem Mutterblatt zusammen, kein Wunder also, dass man in der Hamburger Redaktion einen Chefübersetzer hat, der für die Übernahme der Texte aus dem britischen Original verantwortlich ist.die Berichterstattung: berichtgeving. die Geldanlage: geldbelegging. lachsfarben: zalmkleurig. die Tageszeitung: dagblad. der Übersetzer: vertaler. der Verlag: uitgeverij. die Wirtschaft (hier): economie.