Die Auftragslage für Personenkraftwagen der Daimler Benz AG ist rosig. Im Vergleich zum Vorjahr wurde der Absatz in den ersten vier Monaten dieses Jahres um 24 Prozent gesteigert, d.h., daß 270.000 Wagen hergestellt wurden. Im gesamten Jahr sollen 850.000 Wagen verkauft werden. Bei Daimler wird man der Auftragslage jedoch nicht mehr Meister - für viele Modelle bestehen Lieferfristen bis ins Jahr 2000 - und plant den Bau eines neuen Werks, in dem besonders gefragte Autotypen flexibel montiert werden sollen. Auch wen...

Die Auftragslage für Personenkraftwagen der Daimler Benz AG ist rosig. Im Vergleich zum Vorjahr wurde der Absatz in den ersten vier Monaten dieses Jahres um 24 Prozent gesteigert, d.h., daß 270.000 Wagen hergestellt wurden. Im gesamten Jahr sollen 850.000 Wagen verkauft werden. Bei Daimler wird man der Auftragslage jedoch nicht mehr Meister - für viele Modelle bestehen Lieferfristen bis ins Jahr 2000 - und plant den Bau eines neuen Werks, in dem besonders gefragte Autotypen flexibel montiert werden sollen. Auch wenn der Standort noch nicht beschlossen wurde, könnte ein solches Werk laut Daimler Benz in ein bis zwei Jahren stehen. Obwohl man jetzt bereits große Mühe hat, die Lieferfristen der zahllosen Modelle einzuhalten, hat Daimler Benz jetzt einen neuen Wagen vorgestellt. Das Fahrzeug heißt "Necar 3" - eine Abkürzung für New Electric Car - und ist eine Weltpremiere, denn es handelt sich um das erste Auto mit Brennstoffzellen-Antrieb und bordeigener Wasserstofferzeugung. Der Wagen ist nahezu lautlos und fährt außerdem fast schadstoffrei, denn er wird von einem Elektromotor angetrieben, der ihn ähnlich schnell wie herkömmliche Benzinmotoren auf Autobahntempo beschleunigt. Der "Necar 3" ist eine Weltneuheit, weil er sich wesentlich von anderen Elktroautos unterscheidet. Er fährt nämlich 400 Kilometer weit, ohne daß sich die Akkus entleeren. Das Auto wird mit Hilfe einer Brennstoffzelle angetrieben. In ihr entsteht aus einer elktrochemischen Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff Strom, der den Wagen über einen Elektromotor beschleunigt. Dieses Verfahren wurde bisher nur in der Raumfahrt und bei U-Booten verwendet. Bis zum Jahre 2005 soll der Wagen serienreif sein. Dafür will Daimler noch rund eine Milliarde Mark investieren. 350 Millionen wurden bereits in das Projekt gesteckt und eine 120 Millionen Mark-Finanzspritze kam noch vom Bundesforschungsministerium hinzu, das die Technik auch weiterhin mit jährlich 17 Millionen Mark unterstützen will. Daß so viele öffentliche Gelder in diese Technik investiert werden, findet das Bundesumweltamt gar nicht so gut, denn immerhin sei die Entwicklung eines Brennstoffzellen-Antriebs für Autos "fünfmal so teuer" wie ein Benzin-Sparauto. Auch Greenpeace gibt sich kritisch. Für ihren Sprecher ist der "Necar 3" hinausgeworfenes Geld, denn das Brennstoffzellenauto stoße "dieselbe Menge des Klimaschadstoffes CO2 aus, wie ein sparsamer Benziner". Er meint, Daimler sollte deshalb lieber alles daransetzen, den Spritverbrauch der normalen A-Klasse zu halbieren, "das wäre klimafreundlicher, energieeffizienter und kostengünstiger zugleich".das U-Boot : duikboot.